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Infos: Hepatitis A

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Hepatitis A
HAV-Infektion

Auf dieser Seite:
Erreger
Epidemiologie
Meldepflicht
Übertragung
Prävention
Inkubationszeit
Symptome / Verlauf / Auswirkungen
Diagnose
Therapie
Sonstige Maßnahmen

Erreger:
Hepatitis-A-Virus (HAV)

Epidemiologie:
HAV ist die häufigste Ursache für virusbedingte Leberentzündungen. Weltweit gibt es schätzungsweise 1,5 Millionen neue Infektionen pro Jahr. In Gegenden mit schlechten sanitären bzw. Hygieneverhältnissen und hoher Bevölkerungsdichte machen die meisten Menschen die Infektion im Kindes oder Jugendalter durch und sind danach immun. In Nordeuropa und Nordamerika ist die Erkrankung dagegen vergleichsweise selten. In Deutschland werden ca. 900 neue Infektionen pro Jahr gemeldet, die tatsächliche Zahl der Infektionen liegt allerdings höher. Bei etwa einem Drittel dieser Fälle handelt es sich um eine sogenannte Reisehepatitis, also eine im Ausland (z. B. Türkei, Ägypten) erworbene Infektion.

Meldepflicht:
Für alle viralen Hepatitiden besteht bereits bei Verdacht auf eine Infektion die Pflicht zur namentlichen Meldung an das Gesundheitsamt.

Übertragung:
HAV wird über den Darm ausgeschieden und über den Mund aufgenommen (fäkal-orale Übertragung). Die Virusausscheidung beginnt in der Regel ein bis zwei Wochen nach der Ansteckung (oft also vor dem Auftreten von Krankheitssymptomen) und nimmt mit Abklingen etwaiger Symptome ab.
Die Übertragung erfolgt meist durch verunreinigtes Wasser (auch Eis!) oder Muscheln, Gemüse, Obst und andere Speisen, die nicht ausreichend erhitzt wurden. Auch beim Sex ist eine Infektion möglich, entweder direkt durch oralanale Praktiken oder indirekt, z. B. wenn Finger, die Kontakt mit dem Anus, einem gebrauchten Dildo oder Kondom oder einem gemeinsam verwendeten Gleitmitteltopf hatten, zum Mund geführt werden. Zu Übertragungen kann es schließlich auch bei engem Kontakt kommen, etwa in Kindergärten, Schulen oder im gemeinsamen Haushalt sowie beim gemeinsamen Drogengebrauch.

Prävention:
Der sicherste Schutz vor Hepatitis A ist eine Impfung. Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut empfiehlt sie u. a. für Personen mit einem Sexualverhalten mit hoher Infektionsgefährdung (z. B. bei häufig wechselnden Sexualpartner_innen), Personen mit chronischen Leberkrankheiten bzw. chronischen Krankheiten mit Leberbeteiligung, Reisende in Regionen mit hoher Hepatitis-A-Prävalenz und Personen mit Kontakt zu Hepatitis-A-Kranken. Die Impfung erfolgt je nach Impfstoff meist in zwei bis drei Dosen innerhalb von sechs Monaten (z. B. Monate 0 - 1 - 6). Für Reisende, die einen raschen Impfschutz vor Abreise brauchen, ist auch ein Kurzimpfschema z. B. mit Impfdosen an den Tagen 0 - 7 - 21 sowie einer vierten Impfdosis nach zwölf
Monaten möglich.
Es gibt Einfachimpfstoffe nur gegen Hepatitis A sowie Kombinationsimpfstoffe, die auch vor Hepatitis B oder Typhus schützen.
Der Impfschutz hält mindestens 12, wahrscheinlich eher 20 bis 25 Jahre an.

Info im Zusammenhang mit HIV/Aids: Bei geschwächtem Immunsystem (bedingt z. B. durch Dialyse oder eine unbehandelte HIV-Infektion) baut sich manchmal zunächst kein ausreichender Impfschutz auf; in diesem Fall wird eine Wiederholungsimpfung mit höherer Dosis in mehreren Schritten empfohlen. Auch kann ein bestehender Impfschutz wieder verloren gehen. Wenn sich die Zahl der Helferzellen (z. B. bei erfolgreicher Therapie gegen HIV) wieder erhöht, empfiehlt sich eine Kontrolle des Impfschutzes und ggf. eine Auffrischungsimpfung oder erneute Impfung nach Impfschema.

Nach einem Risikokontakt (z. B. Sex mit HAV-positivem Partner) kann man sich innerhalb von 14 Tagen (möglichst aber früher!) noch impfen lassen. Man erhält dann zusätzlich zur Impfung Immunglobuline (Antikörper von Menschen, die bereits eine Hepatitis A durchgemacht haben), die sofort einen "passiven" Schutz bieten, bis die Impfung anschlägt und der körpereigene, "aktive" Impfschutz aufgebaut ist.
Das Risiko einer sexuellen Übertragung wird durch Kondomgebrauch kaum verringert: Entscheidend ist der Weg Anus - Finger - Mund, und Kontakt mit dem Erreger kann man z. B. auch beim Abziehen eines Kondoms nach Analverkehr haben.

Inkubationszeit:
2 - 7 Wochen, im Durchschnitt 3 - 4 Wochen

Symptome / Verlauf / Auswirkungen:
Bei Kindern verläuft die Hepatitis A fast immer ohne jegliche Symptome, bei Menschen ab dem 18. Lebensjahr dagegen meist mit Krankheitszeichen. Nach der Inkubationszeit treten in der akuten Phase zunächst unspezifische Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Abneigung gegen Fett und Alkohol, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Druckgefühl unter dem rechten Rippenbogen sowie Muskel- und Gelenkschmerzen auf - diese Beschwerden werden oft auch als Grippe fehlgedeutet. Anschließend kommt es in etwa jedem dritten Fall zu einem ausgeprägten Verlauf mit dunklem Urin, hellem Stuhl und Ikterus (»Gelbsucht«: Gelbfärbung von Haut und Augenschleimhaut), oft auch Juckreiz. Die Krankheitsbeschwerden klingen in der Regel nach zwei bis sechs Wochen wieder ab, und die Virusausscheidung lässt nach. Die Infektion heilt vollständig aus und hinterlässt lebenslange Immunität. In etwa 10 % der Fälle bei Erwachsenen kommt es zu einem "protrahierten", unter Umständen über mehrere Monate verlängerten Verlauf, doch heilen auch diese Infektionen aus und hinterlassen Immunität. Eine chronische Hepatitis A gibt es nicht. Ein fulminanter Verlauf mit lebensgefährlichem akutem Leberversagen kommt nur selten vor (in etwa 0,1 % der Fälle).

Diagnose:
Eine HAV-Infektion wird in der Regel durch Nachweis von Antikörpern gegen HAV im Blut festgestellt.

Therapie:
Gegen die Hepatitis A gibt es keine spezifische (gegen das Virus gerichtete) Therapie. Behandelt werden ggf. die Allgemeinsymptome der Erkrankung.

sonstige Maßnahmen:
Empfohlen werden körperliche Schonung sowie eine ausgewogene, nicht zu fettreiche Ernährung. Alkohol und andere leberschädigende Substanzen (Drogen, einige Medikamente) sollte man möglichst meiden.
Hepatitis-A-Kranke dürfen laut Infektionsschutzgesetz nicht in Gemeinschaftseinrichtungen oder Gastronomie- oder Lebensmittelbetrieben arbeiten,
bis die Erkrankung ausgeheilt ist.

Diese Informationen stammen aus der Broschüre "sexuell übertragbare infektionen 2017" der Deutschen AIDS-Hilfe.

 

 

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