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Filzlausbefall
Pediculosis, Pedikulose

Auf dieser Seite:
Erreger
Epidemiologie
Meldepflicht
Übertragung
Prävention
Inkubationszeit
Symptome / Verlauf / Auswirkungen
Diagnose
Therapie
Sonstige Maßnahmen

Das Wichtigste in Kürze:
Filzläuse sind kleine Insekten, die sich vorwiegend in den Schamhaaren aufhalten und vermehren und vor allem sexuell übertragen werden.
Sie ernähren sich vom Blut des Menschen, ihre Bisse in die Haut verursachen Juckreiz und Hautrötungen.

Erreger:
Filzläuse (Pediculus pubis, Phthirus pubis) sind 1,5 - 2 mm große, also mit bloßem Auge sichtbare Insekten. Sie haben drei Paar kräftige Beine, mit denen sie sich an Haaren oder anderen Strukturen festklammern. Befruchtete Weibchen kleben ihre Eier (Nissen) an Haarschäfte - bevorzugt im Schambereich, aber auch in anderen behaarten Regionen (z. B. unter den Achseln, auf dem Bauch, an den Oberschenkeln, in seltenen Fällen auch im Bart oder in den Wimpern und Augenbrauen). Innerhalb von drei bis vier Wochen entsteht aus einem Ei eine geschlechtsreife Laus.

Filzlaus
Foto: Wikipedia

Epidemiologie:
Genaue Zahlen über die Häufigkeit der Erkrankungen gibt es nicht.

Meldepflicht:
nein

Übertragung:
Die Übertragung der Filzlaus erfolgt in der Regel durch direkten Körperkontakt, vor allem beim Sex. Gelegentlich können Filzläuse auch indirekt über gemeinsam benutzte Bettwäsche, Handtücher, Kleidung, Kämme usw. übertragen werden.

Prävention:
Sind beim Sexpartner/bei der Sexpartnerin Symptome eines Filzlausbefalls zu erkennen oder ist ein Befall bekannt, sollte bis zum erfolgreichen Abschluss einer Therapie auf engen körperlichen Kontakt (dazu zählt auch Sex) verzichtet werden.

Inkubationszeit:
3-6 Tage

Symptome / Verlauf / Auswirkungen:
Wenn sich die Filzläuse vermehrt haben, kommt es an den befallenen Stellen zu Juckreiz, selten auch zu bläulichen Einblutungen in der Größe einer Linse oder eines Fingernagels (so genannte Tâches bleues) rund um eine Bissstelle. In der Leibwäsche finden sich oft "Rostflecken" von den Exkrementen der Läuse. Der Juckreiz ist mäßig und tags wie nachts gleich bleibend. Manchmal kommt es zu bakteriellen Entzündungen der Einstichstellen durch massives Kratzen.

Diagnose:
Die Läuse kann man oft mit bloßem Auge erkennen, die weißen bis durchsichtigen Nissen, die wie Kügelchen an den Schamhaaren hängen, sieht man unter einer Lupe.

Therapie:
Zum Abtöten der Läuse und der Eier werden in der Regel chemische Mittel (Insektizide) auf die befallene Haut aufgetragen; bei starker Körperbehaarung sollten möglichst auch der Unterbauch, das Gesäß und die Oberschenkel mitbehandelt werden. Anschließend sollte man versuchen, möglichst viele Eier zu entfernen. Dazu verdünnt man Haushaltsessig 1:2 mit Wasser, trägt diese Tinktur auf, lässt sie ungefähr zehn Minuten einwirken und kämmt dann die befallenen Haare mit einem möglichst engzinkigen Kamm ("Läusekamm"). Nach acht bis zehn Tagen sollte die Behandlung wiederholt werden, um neu geschlüpfte Läuse aus verbliebenen Nissen zu entfernen. Eine Rasur der befallenen Haare ist hilfreich, aber nicht unbedingt erforderlich.

sonstige Maßnahmen:
Um einen Wiederbefall zu vermeiden, sollten Handtücher, Bettwäsche und Leibwäsche (Unterhose, Schlafanzughose usw.) täglich gewechselt und so heiß wie möglich gewaschen werden (bei mindestens 60°C). Wäsche, die nicht so heiß gewaschen werden kann, verschließt man vier Wochen fest in einer Plastiktüte, um die Parasiten "auszuhungern". Kämme und Bürsten legt man für zehn Minuten in etwa 60°C heißes Wasser und anschließend eine Stunde in ein Desinfektionsmittel.
Bis zum erfolgreichen Ende der Behandlung sollte man auf engen körperlichen Kontakt und Sex verzichten. Um einen "Pingpong-Effekt" zu vermeiden, sollten sich auch die Sexpartner_innen untersuchen und gegebenenfalls behandeln lassen.

Diese Informationen stammen aus der Broschüre "sexuell übertragbare infektionen 2017" der Deutschen AIDS-Hilfe.

 

 

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