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Giardiasis
Giardiose, Lambliasis, Lamblienruhr, Giardia-lamblia-Infektion

Auf dieser Seite:
Erreger
Epidemiologie
Meldepflicht
Übertragung
Inkubationszeit
Symptome / Verlauf / Auswirkungen
Diagnose
Therapie
Sonstige Maßnahmen

Das Wichtigste in Kürze:
Die Giardiasis ist eine Infektion des Darms, die zu akutem oder chronischem Durchfall führen kann; verbreitet ist sie insbesondere dort, wo die Trinkwasseraufbereitung ungenügend ist.
Die Übertragung erfolgt wie bei Amöben (Amöbiasis), Shigellen (Shigellose) und HAV (Hepatitis A) fäkal-oral, z. B. über verschmutzte Lebensmittel, verschmutztes Trinkwasser oder beim Sex.
Hauptsymptome sind Magen-Darm-Beschwerden. Nach antiparasitärer Therapie heilt die Infektion komplett aus.

Erreger:
Giardia lamblia (auch Giardia intestinalis) ist ein einzelliger Dünndarmparasit, der in zwei Formen vorkommt: beweglich mit vier Geißelpaaren (so genannten Trophozoiten) oder als verkapselte Dauerform (Zyste). Die Zysten werden mit dem Kot ausgeschieden und können bis zur vier Monate lang außerhalb des Körpers überleben, z. B. im Oberflächenwasser von Seen.

Giardia lamblia
Foto: laborwissen.de

Epidemiologie:
Der Erreger ist weltweit verbreitet, die Häufigkeit ist abhängig von den hygienischen Bedingungen, insbesondere der Trinkwasseraufbereitung. Für Deutschland relevante Infektionsländer sind v. a. Indien, die Türkei, Ägypten, Spanien und Italien.

Meldepflicht:
Der Nachweis des Erregers ist namentlich meldepflichtig, soweit er auf eine akute Infektion hinweist. Das Gesundheitsamt stellt gegebenenfalls eigene Ermittlungen an, um Infektionsquellen (Trinkwasser, Lebensmittel, Gastronomie) ausfindig zu machen.

Übertragung:
Die infektiösen, langlebigen Zysten werden fäkal-oral übertragen, vor allemüber verschmutztes Trinkwasser, Nahrungsmittel, verunreinigte Hände/Finger und bei oral-analen Sexualpraktiken.

Inkubationszeit:
3-25 Tage, gelegentlich länger

Symptome / Verlauf / Auswirkungen:
Die Infektion spielt sich hauptsächlich im Dünndarm ab. Es können Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen, Erbrechen, Fieber und Gewichtsabnahme auftreten. Darmwinde, Stuhl und Erbrochenes riechen nach faulem Ei. Die Erreger können auch bei fehlenden Symptomen weitergegeben werden. Meist kommt es nach zwei bis drei Wochen zur spontanen Besserung, doch sind auch chronische Verläufe möglich (mitunter mit Laktoseintoleranz als Folgeerkrankung).

Info im Zusammenhang mit HIV/Aids: Bei Menschen mit unbehandelter HIV-Infektion verläuft die Giardiasis heftiger und symptomreicher. Der Erreger gelangt häufiger auch in die Bauchspeicheldrüse und Gallenblase und ruft dort Entzündungen mit heftigen krampfartigen Schmerzen im Oberbauch sowie starker Übelkeit und Erbrechen hervor.

Diagnose:
Zur Diagnostik wird der Stuhl auf Zysten untersucht. In seltenen Fällen entnimmt man auch eine Gewebeprobe aus der Dünndarmschleimhaut, um sie auf Trophozoiten zu untersuchen.

Therapie:
Mit antiparasitärer Therapie, z. B. Metronidazol (oral), heilt die Infektion in der Regel nach wenigen Tagen aus. Verschwinden die Symptome ohne Behandlung von alleine, heißt das nicht unbedingt, dass keine Erreger mehr vorhanden sind. Ob weiterhin eine Ansteckungsgefahr besteht, muss unbedingt durch Stuhluntersuchungen abgeklärt werden.

sonstige Maßnahmen:
Bis zum erfolgreichem Abschluss einer Behandlung sollte auf sexuelle Praktiken, bei denen es zur Berührung mit Kot oder dem Anus kommt, verzichtet werden. Grundsätzlich ist Hygiene wichtig, z. B. Händewaschen (auch nach dem Sex). Um einen "Pingpong-Effekt" zu vermeiden, sollten sich auch die Sexpartner/innen untersuchen und ggf. behandeln lassen.

Diese Informationen stammen aus der Broschüre "sexuell übertragbare infektionen 2017" der Deutschen AIDS-Hilfe.

 

 

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