Vaginose
Bakterielle Vaginose, Aminkolpitis (Kolpitis = Scheidenentzündung)

Auf dieser Seite:
Erreger
Epidemiologie
Meldepflicht
Übertragung
Prävention
Symptome / Verlauf / Auswirkungen
Diagnose
Therapie

Das Wichtigste in Kürze:
Von einer bakteriellen Vaginose spricht man, wenn die normale Balance von Bakterien in der Scheide gestört ist.
Die Ursachen können vielfältig sein; die Vaginose ist keine sexuell übertragbare Krankheit im eigentlichen Sinne, wird aber in Abgrenzung zu anderen STIs diagnostiziert.
Unbehandelt kann sie zu Unfruchtbarkeit führen; mit Antibiotika ist eine Vaginose aber gut behandelbar.

Erreger:
Auf der Schleimhaut der Scheide dominieren normalerweise die nach ihrem Entdecker benannten "Döderlein-Bakterien", die zum Schutz vor krankmachenden Bakterien, Viren und Pilzen Milchsäure produzieren. Bei einer bakteriellen Vaginose nehmen andere Bakterien (z. B. Gardnerella vaginalis) überhand, die in geringer Menge bei vielen Frauen anzutreffen und ohne Krankheitswert sind, in großer Zahl aber zu Reizungen der Scheidenwand führen können.

Epidemiologie:
Die bakterielle Vaginose ist eine häufige Erkrankung.

Meldepflicht:
nein

Übertragung:
Die bakterielle Vaginose tritt häufiger bei Frauen mit wechselnden Sexualpartnern oder Sexualpartnerinnen auf. Bei etwa 75% der (meist symptomlosen) männlichen Geschlechtspartner von Frauen mit einer Vaginose sind Gardnerella-vaginalis-Bakterien in der Harnröhre zu finden.

Prävention:
Kondome reduzieren das Übertragungsrisiko.

Symptome / Verlauf / Auswirkungen:
Viele Frauen mit bakterieller Vaginose haben gar keine Symptome. Bei symptomatischen Infektionen kommt es meist zu vermehrtem Ausfluss bzw. zu einer Veränderung von Konsistenz, Farbe und Geruch des Ausflusses. Für Gardnerella vaginalis ist ein grau-gelblicher Ausfluss mit fischartigem Geruch typisch, der sich nach dem Waschen mit alkalischer Seife verstärkt. Betroffen sein können Scheide, Schamlippen und Harnröhre; Symptome sind meist Juckreiz um die Vagina herum oder Brennen beim Wasserlassen.
Wird eine Vaginose nicht behandelt, können sich auch andere Bakterien, Viren und Pilze leichter vermehren; eine mögliche Folge ist Unfruchtbarkeit.

Info im Zusammenhang mit HIV/Aids Frauen mit Vaginose infizieren sich ca. doppelt so leicht mit HIV wie Frauen ohne Vaginose: Der Entzündungsprozess führt zu einer Schwächung der Schleimhautbarriere und zu einem Einwandern von HIV-Zielzellen in die Schleimhaut.
Bei unbehandelten HIV-positiven Frauen mit einer Entzündung aufgrund einer bakteriellen Vaginose liegt HIV in höherer Konzentration in den genitalen Sekreten vor, das Risiko einer HIV-Übertragung auf andere ist wahrscheinlich erhöht.

Diagnose:
Bei Ausfluss gibt ein Abstrich mit Anlegen einer Erregerkultur Aufschluss über die genaue Art der besiedelnden Bakterien.

Therapie:
Meist handelt es sich um bakterielle Erreger, dann werden Antibiotika eingesetzt.

Diese Informationen stammen aus der Broschüre "sexuell übertragbare infektionen 2013" der Deutschen AIDS-Hilfe.

 

 

   


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